Seh- und Augenpflege

Nicht von ungefähr heisst es, man hüte etwas wie seinen Augapfel! Es lohnt sich, diesem wertvollen «Fenster zur Welt» Sorge zu tragen und ab dem 40sten Lebensjahr seine Augen regelmässig kontrollieren zu lassen.

Gymnastik gegen Augenstress

Der nachfolgende Beitrag enstammt in Zusammenfassung dem Buch «Gymnastik gegen Augenstress» von Dr. Samuel Breitschmid, Olten, mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Wahrscheinlich haben viele schon diese Erfahrung gemacht: Man sitzt stundenlang vor dem Fernseher oder liest ein Buch und hat immer grössere Mühe, die Gestalten oder die Buchstaben zu erkennen. Man muss sich zunehmend anstrengen, die Augenmuskeln verkrampfen sich, es entstehen Kopfschmerzen und man sieht immer schlechter. Hier kann geholfen werden!

Die ersten drei Techniken helfen, die überbeanspruchten Augenmuskeln zu entspannen. Lassen Sie sich Zeit dafür. Diese Übungen sollten bewusst in den Tagesablauf eingestreut werden – als wohltuende Pause für Ihre Augen und den ganzen Körper.

So tragen Sie Ihren Augen Sorge

  • Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung. Dämmerlicht und zu schwache Beleuchtung ermüden die Augen; ebenso Blendungen und störendes Streulicht. Unnatürliche Beleuchtungsverhältnisse können mit leicht getönten Filtergläsern oder dem Arbeitsplatz angepassten, entspiegelten Brillengläsern korrigiert werden. Vermeiden Sie starke Hell-Dunkel-Kontraste und Blendungen.
  • Eine Lesedistanz von 35 bis 45 cm bei normal grosser Druckschrift schont Ihre Augen. Wenn dieser Abstand nicht eingehalten werden kann, sollten Sie Ihre Augen überprüfen lassen. Bei extrem feinen Arbeiten ist eine dem Arbeitsabstand entsprechende Brille oder Lupe zu verwenden. Bei längerem Arbeiten/Lesen: öfters mal eine Pause machen.
  • Sonnenbäder setzen die Sehleistung vorübergehend herab und schränken die Anpassungs-Fähigkeit der Augen ein, was besonders beim Autofahren gefährlich ist.
  • Kein Plausch am Strand oder im Schnee ohne Sonnenbrille. Lassen Sie die ultraviolette Sonnenstrahlung nicht direkt auf Ihre Augen einwirken. Setzen Sie eine gute Sonnenbrille mit Ultraviolett- und evtl. Seitenschutz auf und tragen Sie bei starker Strahlung oder in grosser Höhe zusätzlich einen Sonnenhut.
  • Schützen Sie Ihre Augen vor Rauch, Zugluft, Staub und Splittern. An gefährdeten Arbeitsplätzen oder bei längeren Motorrad- und Velofahrten Schutzbrillen mit Sicherheitsgläsern tragen.
  • Kurieren Sie allfällige Augenbeschwerden nicht selbst mit Augentropfen, v.a. nicht über eine längere Zeit. Fragen Sie Ihren Augenarzt oder Augenoptiker!

So tun Sie Ihren Augen etwas Gutes

  • Karotin/Vitamin A: Rüebli-Essen ist gut für die Augen, sagt der Volksmund schon lange. Tatsächlich sind Rüben, Karotten, Löwenzahn und Hagebutten besonders reichhaltig an Karotin, einer Substanz, die sich im Körper zu Vitamin A umwandeln, das u.a. dem Aufbau der Sehzellen dient. Wichtig: der Organismus braucht auch tierische Eiweisse bzw. Protein, um das Vitamin aufbauen zu können. Vitamin A ist auch in Butter, Milch, Käse und Eigelb enthalten.
  • Blinzeln: Ein starrer Blick beim Lesen, Fernsehen oder am PC ist ungesund. Blinzeln entspannt und verteilt die Tränenflüssigkeit auf dem Auge. Ein blinzelfreier Blick führt zu trockenen, brennenden Augen.
  • Gähnen: Gähnen tut gut; dabei spannt und entspannt man sämtliche Gesichtsmuskeln sowie die Nacken und Rückenmuskulatur. Das tiefe Einatmen liefert einen Sauerstoffschub und auch die Tränenproduktion wird angeregt.
  • TV & PC: Stundenlanges Fernsehen macht nicht, wie häufig geglaubt, die Augen kaputt. Ungut aus Sicht des Auges ist das Starren auf den fixen Punkt der Mattscheibe. Unsere Augen und Lider brauchen Bewegung. Öfters mal blinzeln ist nicht schlecht ebenso wie ein Blick aus dem Fenster oder auf einen nahen Punkt. Ideal ist eine Lichtquelle hinter dem Gerät, damit Auge nicht nur auf den Kontrast des TV beschränkt bleibt. Übrigens: Regelmässige Müdigkeit und gereizte Augen vor der Flimmerkiste sind in vielen Fällen ein Zeichen für eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit.  Auch beim Arbeiten am PC neigt man dazu, längere Zeit in den Bildschirm zu starren. Lassen Sie Ihren Blick zwischendurch immer wieder mal in die Ferne und durch die Umgebung schweifen. Blinzeln Sie zwischendurch bewusst und machen Sie bei Ermüdung eine Entspannungsübung (siehe S 3; Augen abdecken).
  • Alkohol: Schon in geringen Mengen setzt Alkohol die Sehleistung drastisch herab.
  • Augentropfen: Verwenden Sie nicht – sofern nicht vom Arzt vorgeschrieben – über längere Zeit Augentropfen. Diese Symptombekämpfung» kann neue Probleme bringen.
  • Augenpflege: Bei geschwollenen Augen: kalten Umschlag auflegen. Entspannend bei Reizungen und Rötungen: einen befeuchteten Beutel Schwarztee auflegen. Falls Beschwerden am nächsten Tag nicht besser, Augenarzt oder Augenoptiker aufsuchen. Bei Schmerzen sofort zu Augenarzt!